Ein normaler Kurstag: Musik nach Herzenslust
 

Einer unserer treuen Kursteilnehmer gibt hier seine Eindrücke bekannt. Wie sieht ein Normaltag am Kurs aus?

 

Diesen Sommer besuchte ich den Kammermusikkurs zum zehnten Mal. Es war eindrücklich und beglückend, 2003 wieder am Kurs teilzunehmen.

Meinen ersten Kurs besuchte ich 1990 und pausierte dann für einige Jahre. Der Kursablauf ist derselbe wie damals, und es war schön, alte Bekannte wieder zu treffen und neue kennenzulernen. Die im Kurs gebotene Atmosphäre ist so entspannt und informell, dass man sich nur wohl fühlen kann, auch wenn man nicht zu den musikalischen Top Ten gehört. Als man mich fragte, ob ich einen Kurstag schildern möchte, wählte ich einen Tag gegen Ende der Kurswoche.

An jenem Tag erwachte ich und stellte fest, dass die Hitzewelle noch andauerte. 30 Grad um 8 Uhr morgens! Rasch duschen und frühstücken, und dann nichts wie los: Flöte anwärmen, üben. Meine erste Stunde gemeinsame Musik war für 10 Uhr angesetzt. Flötenduos des französischen Komponisten Boismortier. Ein deutscher Flötist hatte mich einige Tage vorher gefragt, ob ich mit ihm spielen möchte, und wir fanden eine Stunde, die beiden paßte. Herrliche Musik.


Das offizielle Programm umfaßt zwei tägliche Unterrichtsstunden unter professioneller Leitung, aber daneben lassen sich immer Leute finden, mit denen man musizieren kann. Um elf erwarteten mich ein Violinist und ein Cellist, mit denen ich Haydn-Trios spielte. Es war ein erfüllter Morgen!
 

Um Mittag Zeit zum Essen und zu einer kurzen Ruhestunde. Dann hatte ich meine "offiziellen" Lektionen. Zuerst ein Quintett von Johann Christian Bach für Klavier, Oboe, Bratsche, Violine und Flöte. Es war unsere "Hauptprobe" vor dem Vorstellen des Werks in unseren "Moments musicaux", die jeden Tag von 17 Uhr 30 bis 19 Uhr stattfinden, und zu denen uns unsere Lehrer "abkommandieren", wenn das Werk einigermaßen spielbereit ist. Diese "Moments musicaux" sind öffentlich und finden im Hof eines herrlichen Renaissancepalasts statt. Die zweite Stunde, mit einer anders zusammengesetzten Musikergruppe, verlief ohne Aufregung, da wir uns am Vortag bereits produziert hatten.

Der "Moment musical verlief für unsere Gruppe zu Aller Zufriedenheit, auch wenn wir etwas aufgeregt waren. Wir gestatteten uns einen Aperitif im Städtchen und gingen dann essen. Der Abend kam, und ich löschte das Licht kurz vor Mitternacht. Es war ein langer, heißer Tag gewesen, mit viel viel Musik!